Services – "Element Of Danger"

SERVICES
Your Desire is My Business
A Touch of Class Recordings

Amid the fallout of Flux Information Sciences, Tristan Bechet and Chris Pravdica started taking it to the stage with nothing but a midi keyboard, a microphone, a cymbal and a sampler chock full of heavy metal riffs. Their goal was to reenact (in theory) what Bechet had previously put together on a 7" entitled: TRZTN. The resulting Services is light years ahead of that record, but still retains the same staccato frenzy of mix-mashed hard-rock beats and samples - more eclectic and refined, but still very steeped in the metal doctrine. As Bechet has proven with his other project Sauna Kings, he definitely has an ear for infectious melody and an innate knack for pulling off lyrics that could very well make other vocalists sound silly. He freely channels Rob Halford and mixes in subtle nuances à la Mark Mothersbaugh - all to run through an obstacle course of breakneck grooves and aggressively changing beats. Do forgive the smug spoken word opener of "Get Down", for what it goes into is just so super nice - even if it borrows its structure from Emergency Broadcast Network's song of the same title. Before you discount them as some sort of crazed karaoke act, please keep in mind that (from what I understand) no sequencing is used to achieve these grooves - it's all executed live and on-the-fly. Just take one listen to their song "The Chops", and I'll bet dollars to doughnuts that you'll be hooked by this energetic power duo.

Robert M. Krautheim
www.concussion.org (jw) 11.04.05


Time Out New York, 08/18/2005




Services – "Element Of Danger"

aus dem Album "Your Desire Is My Business" (A Touch Of Class)


Ein Duo aus New York stürmt im US-Underground durch alle Instanzen. Genregrenzen und Gitarren- und Drumbox-Ideologien werden überrannt. Was zählt ist die unbändige Energie, ganz gleich das einen Popsong an den Rand des Wahnsinns bringt.

Trztn und Christopher Pravdica brüllen, Stakato-singen und elektro-bangen gemeinsam unter dem Namen Services. Beide haben für sich eine lange Referenzliste, Trztn arbeitete beispielsweise mit FM Einheit von den Einstürzenden Neubauten oder den deutschen Techno-Produzenten Dr. Walker und Khan zusammen. Pravdica spielte Bassgitarre in diversen Bands. Als Services holen sie zum Rund-um-Schlag von Rock, Elektro und Industrial aus. Sehr harsch und chaotisch klingt dies, und doch lässt sich ein gewisser Funk in den Songs ausmachen. Gebrochene Eingängigkeit mit einem Hang zur persiflierten Breitwandigkeit könnte man meinen.

Das Debütalbum ist angeblich direkt von den unberechenbaren Live-Performances beeinflusst. Und da treffen Metal-Riffs auf Stakato-Beats und haben dennoch nicht im entferntesten etwas mit Elektro-Metal oder dergleichen zu tun. Veröffentlicht hat das Album übrigens das Label A Touch Of Class, das mit Scissor Sisters und The Ones bereits ähnliche Energiebündel präsentiert hat. (jw)

www.tonspion.de 03.08.05



Kontrollierte Todesangst
   
Das Überschreiten von Grenzen und Sprengen von musikalischen Fesseln gehört zur Hauptaufgabe von Chris Pravdica und Trzten (nein, ich habe mich hier nicht verschrieben), die beide ihren Ursprung im Underground von New York haben. Ganz besonders Trzten ist in dieser Szene kein unbeschriebenes Blatt mehr, denn er ist unter anderem Eigentümer von Pinksock Records und hatte bereits bei anderen Projekten seine Finger im Spiel.

Dunkelheit und Angstschweiß 

Services heißt nun das neueste Projekt der beiden Teufelskerle. Auf dem Debütalbum, welches den klingenen Titel "Your Desire Is My Business" trägt, verbinden Rockelemente mit feinem elektronischen Geknister und Geknaster, und ziehen dieses Fragment noch durch eine mit viel Pfeffer angereicherte Harcore-Breakbeat-Suppe. Das Resultat ist nichts für Warmduscher oder Freunde der sanften Melodien. Services vermitteln Todesangst, Bedrohung und stählerne Härte, als würde man sich in einem der unsicheren Kohlekraftwerke in China befinden. Dort, wo die Maschinen schnaufen und es aus allen Löchern gefährlich dampft und jeden Moment die Gefahr besteht, für immer verschüttet zu werden. Dunkelheit und Angstschweiß beherrschen an diesen Orten das Geschehen. 

Die rasante Stop and Go-Dynamik und der verzerrte, krächzende Sprechgesang bilden mit den Killer-Beats aus der Konserve die Basis. Darauf werden elektronische Schnörksel und maschinengewehrartige Gitarren-Riffs gelegt. Die 12 Songs von Services wirken, beieindrucken, verwirren und hinterlassen Spuren. Diese Musik mit etwas anderem zu vergleichen ist fast unmöglich - versuchen wir es trotzdem: Services klingen auf ihrem Debütalbum "Your Desire Is My Business" wie das Ergebnis einer Kreuzung zwischen Ministry und Prodigy - oder so: Chris Pravdica und Trzten kotzen sich vor der Probe den musikalischen Einheitsbrei aus dem Leib und versuchen alles zu vergessen, was sie jemals gehört haben. Haben sie dies geschafft, werfen sie ihre Geräte an und spielen wie verrückt drauf los. Was dabei herauskommt ist Innovation am Rande des Wahnsinns: You, me, we: Killer Bees!

Marco Weise

www.fm5.at, july 2005



Nichts für schwache Nerven

Services
, ein Duo aus New York, bestehen aus zwei Urgesteinen des Industrial, die mehr oder weniger im Hintergrund die Szene mitgestaltet haben. Trztn hat u.a. mit FM Einheit der Einstürzenden Neubauten zusammen gearbeitet. Die andere Hälfte, Mr. Christopher Pravdica, hat als Studiomusiker für u.a. Jim Sclavunos (Nick Cave And The Bad Seeds) und Larry Mullins (Iggy Pop/Residents) kollaboriert. Und damit die Reihe an renommierten Persönlichkeiten vervollständigt wird, wurde ihr Debüt von Roli Mosiman (produzierte Faith No More, New Order, The The) co-produziert. Soweit zu den Fakten.

Der Name des Debüts: Your Desire Is My Business. Das ist erdenklich schlecht für zart besaitete Seelen, denn Services machen diese Androhung deutlich vernehmbar wahr! Ja, Services machen Krach! Im Stakkato! Unvorhersehbar! Gitarrentritte treffen auf harte Elektrowände! Jede Menge obskure Rhythmusmaschinen aus vergangenen Dance- und HipHop-Zeiten werden durchkreuzt durch viel geschichtete Fill-Ins. Wie aus dem Nichts ertönen Bläsereinsätze. Hier und da werden Metal-Riffs gesampelt (u.a. so manches aus dem South Of Heaven-Album Slayers) und zu neuen Aufgaben geführt, Double-Bass-Attacken eingeflochten in zunächst harmlos erscheinende Beats. Ruhige Momente sind Fehlanzeige. Ausruhen gilt nicht, gibt es nicht und bringt jeden meditierenden Mitbewohner schnellstens und wirkungsvoll aus dem Gleichgewicht. Klingt auch das Intro zu Element Of Danger noch wie Hide And Seek von Urban Species, ist die Assoziation rapide vergessen und das Gewitter nimmt seinen Lauf. Alive, Cemetery, Get Down, etc. Einen Ausfall bei Your Desire Is My Business ist nicht zu vernehmen.

Das Debüt von Services ist erbarmungslos und in erster Linie für Freunde des lauten Elektrokrachs gedacht. Your Desire Is My Business ist rotzig, ungelenk, angenehm unangenehm. Ein großartiges Album, das aufgrund seiner vielen musikalischen Ecken und Kanten immer Überraschungen parat hält. Langeweile klingt anders.

Autor: Michael Hinz


Rating: 8/10

www.altenativenation.de, 07/15/05



Services - Your Desire Is Our Business

(A Touch Of Class / MDM)

Lasst uns dieses Werk eine Hochzeit zwischen dem Glam des Labels und den ästhetischen Vorstellungen der Künstler nennen. So hört sich eine solche Sensation also an, die ungefähr vergleichbar ist mit der fixen Idee, Lilo Pulver würde auf K7! eine Platte rausbringen. Das New Yorker Label A Touch Of Class macht alles in bester DIY-Manier selbst und hat in den vergangenen Jahren von den Erträgen seiner Produktionen "Comfortably Numb" (Scissor Sisters) und "Flawless" (The Ones) sowie für Waldorf die spektakulärsten Partys am Rande der Legalität organisiert. Dabei wird alles auf ihrer Platte zur Referenz, auch die vielen namhaften Besucher der ATOC-Engtanz-Feten: Namen? Namen! ARE Weapons, FM Einheit, Khan, Nick Zinner von den Yeah Yeah Yeahs. In Schwindel erregender Schnelligkeit rast dieses Panoptikum zum Hören an einem vorbei, dass ich mich frage, ob nicht ich diejenige auf Speed bin. Ist es dann noch erwähnenswert, dass "Your Desire Is Our Business" von Roli Mosiman produziert wurde, der auch für Faith No More an den Reglern stand? Dieses Ungetüm der Services lässt keine Wünsche offen - vor allem für die, die hartes Metall und kaputte Sampleorgien schätzen. Wer die kürzlich erschienene Sauna Kings gehört hat, weiß, wozu der Workaholic Trztn sonst noch fähig ist. Er hält gleich vier Projekte am Laufen. Wer's also tatsächlich noch kaputter braucht, höre Sauna Kings oder lese sich die Antworten von Trztn auf drei Fragen durch:

Sagt mal, spielt ihr eure Drums wirklich mit Messern? Gehen da nicht die Felle kaputt?
Ja, machen wir. Wir halten die Klinge mit unseren kleinen Fingern. Wir bluten nie.

Trztn, du bist ja superbeschäftigt. Welches ist dein Lieblingsprojekt von allen?
Seit ich dauernd mit allem auf Tour bin, kriege ich gar nicht mehr so richtig mit, was ich da tue. Fühlt sich alles gut an. Ich brauche nur mal Schlaf!

Wie kamst du zu A Touch Of Class?
Auf einer Schwulen-Swinger-Party, wir haben sofort Freundschaft geschlossen. They are truly great guys.


Autor : Anja Wiesinger

Intro Magazine, 07/2005



Killerbienen

Die Band Services kennt hier zu Lande fast niemand. Dabei gibts zurzeit kaum etwas Erfrischenderes.
Es ist Sonntagmorgen. Der Nachbar hämmert, hängt ein Bild auf oder repariert etwas. Auf jeden Fall strapaziert er die Nerven: Viel lieber würde man weiterschlafen. Doch daran ist nicht zu denken. Wörter wie «Tölpel», «elender Egozentriker» oder noch schlimmere kommen einem ruckzuck in den Sinn, und man möchte nur noch eines: sich rächen.
Für diese akustische Rache eignet sich wenig besser als die Musik der Band Services aus New York. Christopher Pravdica und Tristan Bechet spielen auf einem billigen Casio-Keyboard, angereichert mit gesampelten Metal-Gitarren, stürmischen Maschinenrhythmen und tollwütigen Texten, harten Elektro. In der Schweiz wissen das nur wenige, obwohl die beiden sehr humorvollen Herren in ihrer rund zehnjährigen Karriere bereits Kollaborationen mit den Yeah Yeah Yeahs, Einstürzenden Neubauten oder Michael Gira (The Swans) eingegangen sind.

Ihr Album «Your Desire Is My Business» erscheint demnächst auf Oliver Stumm und Domie Clausens Label A Touch of Class. Es tönt wütend und fordernd und könnte, auf hoher Lautstärke gespielt, wohl Gläser zerspringen lassen. Energisch singen Services von Killerbienen («Cemetery») und Haifischen, die um einen Babyseelöwen kreisen («Get Down»), ja, sie versuchen sich gar imJodeln («Expensive Shit»). Die Beats gehen im Stop-and-go-Verfahren voran, es fiepst, es dröhnt, es rasselt und stöhnt. Ein wildes Unterfangen. Aber ein sehr gutes, um am Sonntag zurückzuschlagen
.

Von Michèle Ehrensperger

Züritipp, 06/15/2005


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